In Reit im Winkl geh’n die Klöpfler um

„Das Anklöpfeln“ Ein Jahrhunderte alter Brauch wird auch in unserem Voralpendorf, an den ersten drei Donnerstagen im Dezember, noch gelebt.

Nach Einbruch der Dämmerung in den Frühabendstunden, ziehen Kinder zu dritt oder zu viert verkleidet als Hirten mit Laterne, Hirtenstock und Stoffbeutel von Haus zu Haus. Sie klopfen an die Tür (natürlich darf auch geklingelt werden) und singen Adventslieder wie „Es wird scho glei dumper“, „Im Wald is so staad“ oder „Jetzt kimmt die heilig Weihnachtszeit“. Meist spielen sie dabei mit der Blockflöte.  Die Kinder bekommen dann als Belohnung für Gesang und Segenswünsche, Lebkuchen, frisch gebackene Plätzchen, Früchtebrot, Äpfeln, Nüsse und mittlerweile auch sehr oft Geld.

Einigen traditionsbewussten Familien die mit Ihren Kindern und Enkelkindern die Lieder einstudieren, ist es zu verdanken, dass dieser Brauchtum den es in vielen Variationen im Alpenraum gibt, immer noch existiert. Ich glaube er hilft auch die staade Zeit, die eigentlich schon lange keine mehr ist, wieder etwas besinnlicher werden zulassen. Für uns Großen sowie für die Keinen. Viele Kinder treten einen großen Teil Ihrer, bei Kälte und Schnee mühsam erworbenen Spenden, für gute Zwecke ab.

Übrigens, am letzten Donnerstag vor Heilig Abend dürfen die Klöpfler nicht mehr Ihre Runden drehen. Denn da sagt man, ginge der Teufel mit. Worauf der kleine Seppi dazu meinte: „ Ja dann geht er hoid mit!“

Die Klöpfler
Die Klöpfler

Auf dass dieser Brauch noch lange existieren mag – wünsche ich Euch allen eine schöne Weihnachtszeit!

Mit lieben Gruß
Christine

Kommentar

  1. Verena von Berg

    Liebe Frau Weber,

    ich habe gerade Ihr wunderbares Bild zum Thema Klöpfler entdeckt… genau solche Bilder suchen wir vom BR für unseren „Dahoam in Bayern“-Kathi-Blog zum Thema „Klöpfler“.

    Beste Grüße aus München

    Verena von Berg

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