Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde. Vielen Dank lieber Bayerischer Rundfunk für soviel Unterstützung !

Der Bayerische Rundfunk hat in seiner Sendung „Geld und Leben“ leider ein sehr einseitig schlechtes Bild von Reit im Winkl gezeigt.
Hier mein Leserbrief an den Bayerischen Rundfunk. Mal sehen, ob ich Antwort bekomme:

 

Sehr geehrte Frau Schuster, sehr geehrter Herr Thürmer,

sehr geehrte Damen und Herren des Bayerischen Rundfunks,

ich habe gestern Abend während einer Veranstaltung von Ihrem Beitrag in der Sendung „Geld und Leben“ von meinen Kollegen gehört und die Sendung heute Früh im Internet mit Entsetzen selbst gesehen.

Man könnte es mit wenigen Worten sagen – „schlecht recherchiert“, aber da ich meinen Beruf als Vermieterin und engagiere ehrenamtliche Gemeinderätin in Reit im Winkl sehr ernst nehme, möchte ich doch ein paar Worte mehr verlieren und damit vielleicht auch helfen, etwaige Wissenslücken durch einige wichtige Informationen zu schließen.

Entgegen Ihrem Bericht ist in den vergangenen Jahren sehr viel in Reit im Winkl investiert worden und wenn Sie sich die Mühe gemacht hätten, gewissenhafter nachzuforschen, hätten Sie dies auch herausgefunden.

In unser Skigebiet Winklmoos-Steinplatte sind seit 2009 bis heute ca. 18 Mio. EUR investiert worden. Unser Skigebiet ist ein sehr familienfreundliches Skigebiet, mit der modernsten Einseil-Umlaufbahn Deutschlands – die 8er-Kabinen-Winklmoosalmbahn.      Es wird seit einigen Jahren mit namhaften Preisen immer wieder ausgezeichnet.

Wir hier in Reit im Winkl haben 2008 in eine Depot-Beschneiungsanlage investiert, die es uns ermöglicht, das Loipennetz für unsere Gäste perfekt zu präparieren. Unsere Loipen konnten deshalb auch in diesem Winter für unsere Gäste sowie für die Gäste aus den Chiemgauer- und Tiroler Nachbargemeinden sehr  lange aufrechterhalten werden. Eine solche Depot-Beschneiung ist meines Wissens derzeit einmalig in Bayern.

Bei uns finden Sie den ersten Premium-Winterwanderweg und weitere 6 Premiumwanderwege, zertifiziert vom Deutschen Wanderinstitut. Ein namhaftes Institut, das übrigens von der Bayerischen Staatsregierung gefördert wird.

Ich vermute Sie haben etwas länger suchen müssen, um sich in einem der noch rückständigeren Betriebe in Reit im Winkl einzuquartieren, denn es ist in den vergangenen Jahren auch in vielen Vermietungsbetrieben investiert und hochwertig modernisiert worden.

Aber stimmiger für Ihren Bericht war es natürlich ein „schwarzes Schaf“ herauszupicken!

Es trifft mich auch persönlich sehr, wenn die Arbeit von vielen engagierten Reit im Winklern  von zwei Journalisten des Bayerischen Rundfunks so in den Dreck gezogen wird.  

Es ist neben den Initiativen unserer Gemeinde immer auch viel ehrenamtliches Engagement nötig, um gemeinsam voranzukommen. Leider wurde durch Ihren Bericht auch die Arbeit unserer vielen ehrenamtlichen Helfer in Frage gestellt.

Wir alle hier haben schon lange erkannt, dass nur durch ständiges Investieren in die örtliche Infrastruktur der Tourismus in Reit im Winkl Zukunft haben kann. Innovation ist für uns kein Fremdwort, auch wenn Sie uns gerne als zurückgeblieben und nicht wettbewerbsfähig darstellen möchten.

Entgegen Ihrer Berichterstattung danken uns die Reit im Winkler Gäste dieses Engagement. Seit 2008 stiegen die Zahlen bei den Übernachtungen um 11 % und bei den Gästen um 28 %.

Ich denke diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache.

Manchmal hatte man bei Ihrem Beitrag fast den Eindruck, der ORF hätte diesen Bericht verfasst – aber halt – umgekehrt wäre in einem österreichischer Sender kein Platz für solchen Journalismus.

Es gäbe noch Vieles, was ich Ihnen hier schreiben könnte, aber wahrscheinlich interessiert es Sie nicht wirklich, wie die Dinge sich hier bei uns in Reit im Winkl und in Oberbayern verhalten.

Es ist sicher nicht alles rosig und die Tourismusgemeinden in Bayern und wir Vermieter haben mit vielen Widrigkeiten zu kämpfen.

Aber eines ist auch klar, mit solchen Beiträgen des Bayerischen Fernsehens muss sich Österreich gar nicht anstrengen um noch mehr Gäste ins eigene Land zu bringen.

Das erledigen bei uns ab und zu Journalisten des Bayerischen Rundfunks.

Vielen Dank dafür!

Ihre Lisa Ruh

Vermieterin und ehrenamtliche Gemeinderätin in Reit im Winkl

 

Kommentare

  1. H.P.O.

    Das is‘ n Ding, was ?
    Was für eine Kanonade. Ein Feuerwerk an Worten, Sätzen, Satzstellung, Plural usw. Alles hat gepasst, gut gemacht, H.E.C.
    Gratulation an die Rechtsabteilung des BR.
    Grüße H.P.

  2. H.E.Cristiano

    Der hier installierte Beitrag einer im Ehrenamt täetigen Gemeinderaetin in Reit im Winkl auf eine Sendung im BR ist mehr als ein Fehlschuss. Es waere Frau Ruh anzuraten, einmal in den Grundsaetzen der journalistischen Taetigkeit in der heutigen Zeit nachzulesen. Das koennte hilfreich sein bei der oeffentlichen Bewertung etablierter Medien und das koennte auch hilfreich sein wenn man selbst versucht als Bloggerin sich oeffentlich zu inszenieren. Schade das Frau Ruh als ehrenamtliche Gemeinderaetin ein eigenartikes Kritikverstaendnis hier so dokumentiert. Da kann ich nur hoffen, dass eine solche Auffassung im Gemeinderat eine Einzelauffassung ist. Optimistischer finde ich da die Aussage des 1. Buergermeister Herrn Josef Heigenhauser wenn er u.a. auf der offiziellen Plattform der Gemeinde Reit im Winkl schreibt: “ in der Tourist -Info sehen wir uns als Dienstleister fuer die Buergerinnen und Buerger und unsere Gaeste „.
    Ja -so sollte es auch sein, wenn man sich letztens als Dienstleister am Buerger und als Dienstleister am Urlauber/ Touristen verstehen will. Und da muss man dann eben auch Kritiken in den unterschiedlichen Formen nach dem Helfenden abklopfen.

    Ich bin der Auffassung, dass sich der BR in der Reihe “ Geld und Leben “ und auch speziell im hier genannten Beitrag nicht als “ Feind “ verstehen muss. In Wirklichkeit werden diverse Urlaubsregionen abgeklopft nach bewaehrtem, nach Neuen Anforderungen -nach kuenftigen Anforderungen und das nicht mit dem Ziel den hiesigen Regionen zu schaden. Dabei ist berechtigte Kritik nicht nur erlaubt. Was waere das fuer ein Journalismus der die Probleme in den Urlaubsregionen nicht erkennt, nicht benennt und nicht bewertet. Natuerlich ist das fuer manche Zeitgenossen nicht ganz so angenehm. Aber diese Vorwuerfe einer Gemeinderaetin im Ehrenamt gegen den BR, gegen diese Macher der Sendereihe, der bemerkenswerte Blick in Richtung ORF ist nicht nur ein Fehlschuss und das ist der Gemeinde auch nicht dienlich. Es ist unbestritten, dass man sich der Frage stellt, wie es um die Zukunft in den Bayerischen Bergen bestellt ist. Schonungslos zeigt uns der Markt Gewinner und Verlierer. Und wer Realitaeten nicht sehen will, wer Realitaeten nicht anerkennt, der kann eben kuenftig den Touristen/Urlaubern nur noch hinter schauen. Und genau das zeigt der BR in dieser Sendung und da wird auch die Differenziertheit in den genannten/gezeigten Regionen sichtbar. Der Vorwurf das “ schlecht recherchiert “ wurde – diesen Eindruck habe ich nicht.
    Es ist doch auch unbestritten, dass in Reit im Winkl viel investiert wurde -niemand bestreitet das. Aber es kann doch nicht sein, dass man die Aussagen u.a. zu Bayrischzell, Berchtesgaden Reit im Winkl zum Anlass nimmt hier einen Rundumschlag zu realisieren. Natuerlich ist die Aussage vom Tourismusexperten betreffs Hotelerie in R.i.W. zutreffend. Natuerlich hat die Hotelerie einiges verpasst, natuerlich ist geblieben der Charme frueherer Zeiten. Und zur Wertschaetzung der Gaeste gehoert auch, dass man Kritik der Gaeste zur Kenntnis nimmt und sich zur Kritik bekennt. Wenn in dieser Sendung Gaeste die Aussage machen, dass “ Frueher mehr los war „, dass es Frueher interessanter war „, dass frueher mehr Leute da waren „, dass Frueher die Atmosphaere besser war „, da sollte man eben der Dialektik von Ursache und Wirkung mehr Aufmerksamkeit schenken.

    Wenn ich unterwegs bin, wenn ich hinhoere, wie die Gaeste die Regionen bewerten, dann hoere ich immer mehr, dass eben verbaute Millionen Euro, nicht unbedingt ausschlaggebend fuer die geplanten Urlaubsorte sind. Urlaub ist mehr. Ich erwarte Gastlichkeit, ich erwarte dass sich Hotelerie, Gastronomie, dass sich Anbieter von Verienwohnungen Pensionen, dass sich die, die Traditionen, Kultur und Lebensgefuehl vermitteln, dass die sich als Dienstleister begreifen und das aufrichtig und glaubwuerdig. Und dazu gehoert eben auch die Zusammenarbeit mit den Gaesten. Fuer mich zaehlt Glaubwuerdigkeit ebenso. Wie leben die Menschen in den Regionen ihre Traditionen, wie ist die Teilhabe der Gaeste dabei.

    Werte Frau Ruh -goennen Sie Ihren Kritikverstaendnis ein Update. Und da eben der Tourismus kein Selbstlaeufer mehr ist, ist es durchaus hilfreich sich die Frage zustellen: Warum soll ein Torist/Urlauber zu uns kommen -oder was haben wir, was Andere nicht haben ?

    H.E.Cristiano

  3. Delphine

    Hallo Lisa,
    eine gute Initiative von dir. Wir unterstützen sie. Ich habe selber die Sendung nicht gesehen, aber meine Schwester hat sie zufällig gefolgt und war geschockt! Eine neue und professionnelle Reportage müsste der Bayerische Rundfunk als Entschuldigung drehen!

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